Sonntag: Kennen lernen und Erkundung der Universitätsstadt Lwiw

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Ein Wiedersehen auf das alle schon Monate hinfiebern: Mit Gastgeschenken im Gepäck und einem erwartungsvollen Gefühl im Bauch flogen in diesem Jahr 12 Jungen und Mädchen mit ihren Betreuern Lukas Giesler und Veronika Beier mit dem Flugzeug von Frankfurt aus in das 1230km entfernte Schtschyrez in der Westukraine.

Fast genau ein Jahr ist es her, dass die Jungen und Mädchen aus Gudensberg die Jugendlichen ihrer Partnerstadt Schtschyrez getroffen haben. Neben den vertrauten Gesichtern, mischten sich auf beiden Seiten nun auch neue Teilnehmer.

Gemeinsam besichtigten wir die Universitätsstadt Lwiw, auf Deutsch Lemberg, und besuchten die Gedenkstätte der gefallenen Soldaten im Ukrainekonflikt mit Russland. Auch zwei Soldaten aus Schtschyrez sind unter den Gefallenen.

Wir besichtigten einige Kirchen und fuhren gemeinsam mit der für Lwiw bekannten Bahn „Chu Chu“ quer durch die Stadt.

Montag: Die Geschichte und die Menschen von Schtschyrez

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Am Montag fuhren die jungen Gudensberger zum ersten Mal in ihre Partnerstadt Schtschyrez. Bei einer Stadtrallye lernten sie die Geschichte und die Menschen von Schtschyrez näher kennen.

Als die Jungen und Mädchen aus Gudensberg ihre Partnerstadt Schtschyrez erkunden, treffen sie auf ältere Leute, die ein wenig deutsch verstehen.

„In Schtschyrez gab es bis zum Beginn des zweiten Weltkriegs eine deutsche Kolonie mit dem Namen Rosenberg“, erklärt die ukrainische Gruppenleiterin Iryna Mykytka.

Auf dem Friedhof dieser Kolonie übersetzen die Jugendlichen mit Hilfe ihrer ukrainischen Freunde die Grabinschriften in die Landessprache.

„Diese Übersetzungen sollen zukünftig Besuchern, die sich für die deutsche Geschichte interessieren, zugänglich gemacht werden“, erzählt Iryna Mykytka.

Stefania Derewazka, Geschichtslehrerin an der Schule von Schtschyrez, erzählte den Jugendlichen in einem Vortrag von der Geschichte der Ukraine und von der Verbindung zu Deutschland.

Später erlebten die Jugendlichen einen musikalischen Nachmittag bei dem viel gesungen und getanzt wurde.

 

Dienstag: Raus aufs Land und hoch hinauf in die Karpaten

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Mit Wanderschuhen und Regenjacke im Gepäck machten sich die Jugendlichen auf in die Karpaten. Aber vorher stand noch eine 4 stündige Busfahrt bevor, bei der die Ukrainer wieder einmal unter Beweis stellten, das sie gute Sänger und Sängerinnen sind:

„Die Ukrainer werden nie müde, wenn es um das Singen und Tanzen geht.
Wir sind dann etwas beschämt, weil wir nicht über das Repertoire an Volkslieder verfügen, das für die Ukrainer selbstverständlich ist. Manchmal musste daher schon das ein oder andere Kirmeslied zur Not hinhalten“, so die Teilnehmerin Veronika Beier.

Ein Landausflug auf steinigen Pfaden: Der Besuch der mitteleuropäischen Hochgebirgskette der Karpaten zeigte den Jugendlichen, wie die Menschen abseits der großen Städte heut zu Tage leben.

„Es gibt dort neben der großartigen Natur viele kleine Dörfer ohne zentrale Wasserversorgung. Jede Familie betreibt einen eigenen Ziehbrunnen und baut ihr Gemüse zur Selbstversorgung an“, so beschreibt der Teilnehmer Max Fröhlich seine Eindrücke vom Leben der Menschen auf dem Land.

 

Auf der Rückfahrt verdeutlichte uns Kalyna Hychka, Stellvertreterin der Kreisverwaltung, in einer emotionalen Ansprache, wie stark die Ukrainer als Nation sind und wie sehr sie sich mit ihrem Land verbunden fühlen. Sie überreichte uns am Ende die Fahne der Ukraine.

„Die erste Begegnung ist immer die wichtigste im Leben. Diese Begegnung soll unsere beiden Länder näher zusammen führen“, so Kalyna Hychka.

 

Mittwoch: Geschichtliche Verbindung, Glücksbringer und Delfinarium

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Am Mittwoch lernten die Jugendlichen bei einem Vortrag die Entstehungs- und Gründungsgeschichte Schtschyrez’s und der deutschen Kolonie Rosenberg kennen. Oksana Basiuk unterrichtet Geschichte an der Schule von Schtschyrez und konnte alle Fragen der deutschen Jugendlichen ausführlich beantworten.

Gemeinsam bastelten die Jungen und Mädchen aus Schtschyrez und Gudensberg „Motankas“, ukrainische Glückspuppen. Man arbeitet in die Mitte der Puppe eine Münze  als Glücksbringer ein.

Am Nachmittag besuchten alle gemeinsam ein Delfinarium.

Donnerstag: Das Leben in Schtschyrez und Arbeit am Medienprojekt

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Der Donnerstag war ein Tag, wo die Menschen von Schtschyrez im Mittelpunkt standen. Es ging darum, den Bewohnern zu zeigen, warum ein solcher Jugendaustausch statt findet und über was sich die Jungen und Mädchen in den letzten Tagen Gedanken gemacht haben.

Die Kleingruppen Rosa, Blau, Grün und Gelb entwickelten ein Konzept für eine friedliche Gesellschaft und formten aus den zusammen getragenen „Werten“ symbolisch ein Zeichen, dass für sie ihre Idee von einer friedlichen Gesellschaft öffentlich verdeutlicht.

Die Jugendlichen lernten den Arbeitsalltag der Menschen in der Glasbläserei von Schtschyrez kennen und durften selber probieren eine Vase herzustellen.

Jeden Sonntag treffen sich Jung und Alt auf dem neuen Kleinfußballfeld neben der Schule von Schtschyrez für ein kleines Fußballturnier. Diesmal machten sie eine Ausnahme und veranstalteten ihr Fußballturnier zusammen mit den deutschen Jugendlichen am Donnerstag.

„Es gab keine Verlierer unter uns, wir hatten viel Spaß zusammen“, so drückte es Team Gelb aus.

Auch Bürgermeister Oleg Vasylyshyn lies es sich nicht nehmen, selbst auf dem Platz zu stehen. Hier zusammen mit Veronika Beier und Lena Nix.

„Die spontanen Dinge, sind oft die Schönsten“, sagt Veronika Beier lachend.

Nach dem Abendessen wurden die deutschen Jugendlichen spontan von einer Gruppe älterer Frauen aus Schtschyrez aufgefordert mit ihnen zusammen zu singen und zu tanzen.

„Daraus entwickelte sich einer der schönsten Abende der gesamten Jugendbegegnung. Die Gastfreundlichkeit und Offenheit der Menschen ist hier, anders als in Deutschland, selbstverständlich“, erzählt Oliver Sohl.

Tigran, einer der deutschen Teilnehmer, spielte für uns am Ende noch „River flows in Your“ und „Kiss the rain“ und rührte damit einige zu Tränen.

Freitag: Ukrainisches Nationalgericht, Medienprojekt und Bowling

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Die Woche näherte sich langsam dem Ende zu und damit rückt auch die Abschlussfeier mit Medienpräsentation näher.

Ihre Erlebnisse und was sie durch die Jugendbegegnung gelernt haben, teilten die Jungen und Mädchen, sowie ihre Betreuer, in einem Interview mit. (Zusehen in der Kategorie „Video“)

Am Vormittag kochten die Jungen und Mädchen an verschiedenen Orten ein typisch ukrainisches Nationalgericht. Einige Gruppen kochten bei ukrainischen Familien zuhause, bei den „Landfrauen“ von Schtschyrez oder in einem regionalen Restaurant. Am Ende trafen sich alle, um gemeinsam zu essen.

Am Nachmittag fuhren sie gemeinsam nach Lwiw ins Bowlingscenter und um noch einmal durch die Stadt zu Bummeln.

Lucia und Zoe mit traditioneller Tracht in einem ukrainischen Modegeschäft in Lwiw.

Samstag: Abschied nehmen und ein letztes Mal die Städtefreundschaft von Gudensberg und Schtschyrez feiern

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Ein Abschluss mit Tanz, Gesang und ergreifenden Worten:

Eltern, Bekannte, Einwohner und Freunde, alle wurden ins Dorfgemeinschaftshaus eingeladen um gemeinsam mit allen Beteiligten das Ende dieser spannenden und außergewöhnlichen Jugendbegegnung zu feiern. 

Einmal mit dem Pferdekarren durch Schtschyrez, auch eine neue Erfahrung für viele !

Das Gudensberger Feuerwehrauto, welches im vergangen Jahr nach Schtschyrez gebracht wurde, ist in guten Händen und konnte bei so manchen Einsätzen gute Dienste leisten!

Am Sonntag hieß es dann endgültig am Flughafen von Lwiw Abschied nehmen. Aber wie alle wissen, ist es kein Abschied für die Ewigkeit, sondern im nächsten Jahr werden sich alle Teilnehmer und hoffentlich viele Neue wiedersehen !

„Wir sind von Fremden zu Freunden in dieser Woche geworden. Jeder von uns spürt, dass eine Verbindung, die noch lange bestehen wird, zwischen uns entstanden ist“, so Oliver Sohl.